Bioschmierstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Projekte - Details

 

Verbundvorhaben: Gammalinolensäure - Anbau, Ernte und Produktentwicklung: Teilvorhaben 6: Verbesserung der Eigenschaften von Borretsch zur Samennutzung

Anschrift
Justus-Liebig-Universität Gießen - FB 09 - Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement - Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung I
35390 Gießen
Ludwigsstr. 23
Kontakt
Prof. Dr. Bernd Honermeier
Tel: +49 641 99-37440
E-Mail: bernd.honermeier@agrar.uni-giessen.de
FKZ
22011498
Anfang
01.01.2000
Ende
28.02.2003
Aufgabenbeschreibung
Borago officinalis L. ist durch ein für Wildpflanzen typisches nicht determiniertes Wachstum bzw. Blühverhalten und durch eine starke Ausfallneigung der Samen gekennzeichnet. Bisher konnten nur etwa 30 % des genetisch fixierten Leistungspotentials wirtschaftlich genutzt werden. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, durch Mutation die entwicklungsphysiologischen und phänotypischen Eigenschaften von Borretsch so zu verändern, daß der Kornsitz gefestigt und damit die Ausfallneigung des Samens reduziert wird. Ein weiteres Ziel ist die Begrenzung des Blühzeitraums, um eine einheitliche Abreife der Samen zu erreichen. Die Züchtungsresultate sollen auch an den Standorten der übrigen Verbundpartner, die sich mit dem Anbau der Nachtkerze (Oenothera biennis L.) beschäftigen, getestet werden.
Ergebnisdarstellung
Einen Schwerpunkt bildeten Arbeiten zur Entwicklung eines Gewebekulturverfahrens für Borago. Hierzu wurden verschiedene Phytohormone zur Induktion von Spross- und Kallusbildung getestet. Zur Erzielung von keimfreien Borretschsamen wurden diverse Präparate einzeln und in Mischungen getestet. Es gelang nicht, eine Variante zu finden, die eine ausreichende Wirkung bei Erhaltung der Keimfähigkeit gewährleistet. Die Sterilisation von Pflanzenmaterial gelang hingegen (Ethanol und anschließend NaOCl). Bei der Gewinnung von Explantaten zeigte sich Gewebematerial aus dem Hypokotyl besonders geeignet. Für die Induktion von Sprossbildung und Bewurzelung sowie für die Adaption an Gewächshausbedingungen konnten geeignete Methoden entwickelt werden. Auch die Stecklingsvermehrung erwies sich als machbar. Versuche zur Erzeugung von Mutationen mittels EMS erbrachten hinsichtlich der Fruchtknotenstellung nur geringe Erfolge. Die Merkmalsverbesserungen waren im Nachbau nicht mehr vorhanden. Bei Behandlung mit Gamma-Strahlen konnten deutliche morphologische Veränderungen erreicht werden. Leider konnten auch mit dieser Methode keine Veränderungen am Blütenstand erreicht werden. Erste Versuche zur Neutronenstrahlen führten bereits nach 2 bis 4 Wochen zum vollständigen Ausfall der Pflanzen. Nachfolgende Versuche zur Dosisfindung ergaben keine hinsichtlich der morphologischen Ausprägung auswertbaren Ergebnisse mehr. Für weiterführende Arbeiten konnte aber eine Dosis für die Erhaltung einer ausreichenden Keimfähigkeit und Letalität bestimmt werden. Es wurde eine Sammlung von Herkünften aufgebaut und bewertet. Ausgewähltes Material wurde einer Analyse der Verwandtschaftsverhältnisse mittels RAPD unterzogen. Es konnte eine grundsätzlich hohe genetische Variabilität aufgezeigt werden. Der Bericht enthält Empfehlungen für den Praxisanbau.

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Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
 
 
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