Bioschmierstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Projekte - Details

 

Verbundvorhaben: Schmierstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe in Planeten- und Schneckengetrieben: Teilvorhaben 3: Bewertung der Eignung in Planetengetrieben

Anschrift
Bosch Rexroth Aktiengesellschaft
58455 Witten
Mannesmannstr. 29
Kontakt
Dr.-Ing. Günter Berger
Tel: +49 2302 877-380
E-Mail: guenter.berger@boschrexroth.de
FKZ
22008398
Anfang
01.09.1999
Ende
31.12.2001
Aufgabenbeschreibung
Planetengetriebe findet man in fast allen automatischen Getrieben und in Radnaben von Lkw, Traktoren, Bau-, Land- und Forstmaschinen, in Bergbau- und Flurförderfahrzeugen sowie als Antriebe in Seilwinden, Flaschenzügen und Förderanlagen. Schneckengetriebe finden Verwendung in Leistungsgetrieben für Rühr-, Dreh-, Fahr- und Hubwerken, Textilmaschinen, Pressen, Förderbändern, Scheren, Drehtrommeln und Zentrifugen. Aufgrund ihres geräusch- und schwingungsarmen Laufs werden sie für Aufzüge, Schiffspropellerantriebe sowie Dreh- und Hobelmaschinen eingesetzt. Bei beiden Getriebearten gibt es bislang keine Untersuchungen mit Aggregaten über die Eignung von biologisch schnell abbaubaren Schmierstoffen. Im Rahmen des Verbundvorhabens sollen Schmierstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe für den Einsatz in diesen Getrieben entwickelt und in Maschinenelementen wie auch in Aggregatetests ausführlich erprobt werden. Schmierstoffe auf Basis NR speziell für den Einsatz in Planeten- und Schneckengetrieben sollen entwickelt werden. Die entwickelten Schmierstoffe werden anschließend in entsprechenden Prüfständen getestet. Insgesamt sollen für jedes Getriebe fünf Ölvarianten entwickelt werden, die sich bezüglich ihres Grundöls bzw. ihrer Additivierung unterscheiden. Das Verbundvorhaben wird von insgesamt vier Projektpartnern durchgeführt. Dies sind neben der RWTH Aachen/IME und der Fa. Fuchs die Fa. Lohmann + Stolterfoht GmbH (Planetengetriebe) und die Eberhard Bauer GmbH (Schneckengetriebe).
Ergebnisdarstellung
In Schneckengetrieben wurden sieben unterschiedliche biologisch schnell abbaubare Ölen auf Basis nachwachsender Rohstoffe untersucht. Geprüft wurden als Referenzöle auch ein Polyglykol (PG 460) sowie ein Mineralöl (SM5). Zur Beurteilung wurden die Kriterien Tragbild, Schaumneigung, Wirkungsgrad, Temperatur, Verschleißabtrag, Flankenspiel, Rauhigkeit der Zahnflanken und die Schmutzpartikel im Öl untersucht. Die biogenen Schneckengetriebeöle zeigten gegenüber dem Referenzöl PG 460 in den Punkten Einlaufverhalten, Tragbildentwicklung und Schaumbildung bessere Eigenschaften. Im Wirkungsgradverlauf lag das Referenzöl knapp vor dem Schmierstoff LUPUS S7, das hingegen ein wesentlich besseres Schaumverhalten aufwies und auch bezüglich des Verschleißabtrages bzw. Flankenspieles vorne lag. Ausschließlich negativ fiel das Mineralöl (SM5) auf. Es hatte u. a. einen sehr schlechten Wirkungsgrad, ein sehr schlechtes Temperaturverhalten und den größten Verschleißabtrag. Insgesamt ergaben die Versuche, dass unterschiedliche Formulierungen der biologisch schnell abbaubaren Öle hinsichtlich ihrer Tragfähigkeitseigenschaften mit dem Referenzöl PG 460 konkurrieren können, wobei der biogene Schmierstoff LUPUS S7 gegenüber dem Referenzöl in der Summe am Besten abschnitt. In Planetengetrieben wurden drei unterschiedliche biogene Ester als Prüfschmierstoffe eingesetzt und ihre Leistungsfähigkeit bezüglich Tragfähigkeit gegenüber einem marktgängigen Mineralöl als Referenzschmierstoff verglichen. Es wurden Kraftstufentests (Fresstragfähigkeit), Beharrungstemperaturtests (Reibungs- und Verlustleistungsverhalten), Schaumtests (Luftabscheidevermögen), Langsamlaufverschleißversuche (Verschleißabtrag) durchgeführt. Bezüglich der Fresstragfähigkeit und des Verschleißabtrages zeigten die biogenen Ester gleiches Verhalten wie das Mineralölprodukt. Die Beharrungstemperatur lag bei den Bioölen mit zunehmender Laststufe niedriger als beim Mineralöl, es stieg also der Wirkungsgrad an.

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Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
 
 
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