Bioschmierstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

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Verbundvorhaben: Entwicklung von Methoden zur Kontrolle der Doldenerkrankungen des Arzneifenchels: Teilvorhaben 2: Nutzung natürlicher Resistenzen

Anschrift
Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) - Institut für Resistenzforschung und Pathogendiagnostik (IRP)
06484 Quedlinburg
Erwin-Baur-Str. 27
Kontakt
Dr. Jutta Gabler
Tel: +49 3473 879-198
E-Mail:
FKZ
22002598
Anfang
01.10.1998
Ende
31.12.2002
Aufgabenbeschreibung
Durch den in den letzten Jahren aufgetretenen Befall des Arzneifenchels (Foeniculum vulgare var. vulgare) mit pilzlichen Doldenerkrankungen kam es zu Ertragsdepressionen von 80 bis zu 100 %. Damit ist der Anbau von Arzneifenchel in Deutschland stark gefährdet, wenn es in absehbarer Zeit nicht gelingt, einerseits Accessionen zu entwickeln, die sich durch eine ausreichende Resistenz auszeichnen, und andererseits geeignete Pflanzenschutzmittel zu finden. Im Rahmen dieses Teilvorhabens sollen die Ursachen der Doldenvergilbung aufgeklärt werden, ein geeignetes Resistenzprüfverfahren entwickelt werden und dieses für die Evaluierung verschiedener Genotypen eingesetzt werden.
Ergebnisdarstellung
Seit Jahren wird der Arzneifenchelanbau in Deutschland durch Doldenerkrankungen, vor allem durch die Blatt- und Stängelanthraknose massiv gefährdet (Ertragsausfälle 80 - 100 %). Durch Züchtung von Sorten mit verbesserter Resistenz soll das Problem langfristig eingedämmt werden. Das Ziel des Vorhabens bestand in der Schaffung der notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen. Als Hauptschaderreger wurde Mycospaerella anethi) identifiziert. Es gelang erstmalig, den extrem langsam wachsenden Pilz auf Agar zu kultivieren. Die visuelle Symptombonitur erwies sich aufgrund der unscheinbaren Anfangssymptome als sehr schwierig und ungenau. Zur exakteren Erfassung des Befalls wurden eine Scannermethode mit Bildauswertung und ein PTA-ELISA mit polyklonalen Antiseren entwickelt. Beide Methoden ergaben gut übereinstimmende Aussagen. Die untersuchten Sorten und Herkünfte aus der Genbank Gatersleben waren ausnahmslos anfällig. Zwischen den Sorten bestanden quantitative Befallsunterschiede, die bei hohem Infektionsdruck am deutlichsten ausgeprägt waren. Der Befallsgrad hing maßgeblich von der verfügbaren Blattmasse ab. Bei großer Blattmasse verzögerte sich das Übergreifen das von unten aufsteigenden Erregers auf die Dolden. Bei den betreffenden Sorten traten dadurch bedingt relativ geringere Samenverluste auf. Ein Nachteil dieser Sorten war jedoch ihre späte Abreife. Der Verseuchungsgrad der Samen mit M. anethi hatte keinen Einfluss auf die Keimrate und das Nachauflaufverhalten der Pflanzen, jedoch waren aus infiziertem Saatgut hervorgegangene Keimpflanzen häufig latent infiziert. Die systemische Ausbreitung des Erregers in der Pflanze vor Sichtbarwerden erster Symptome wurde detektiert. Zwischen dem Befall und der sogenannten Doldenvergilbung ließ sich kein ursächlicher Zusammenhang feststellen. Die methodischen Grundlagen für eine Selektion von Fenchelgenotypen auf Resistenz wurden gelegt, Resistenzdonoren konnten bisher nicht gefunden werden.

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Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
 
 
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